Gefühle des Verlassenseins

Wird bei der Behandlung von Depressionen, Angstzuständen, Zwangsstörungen und Süchten eingesetzt. In der Therapie versucht der Patient mit Hilfe eines Psychologen herauszufinden, ob seine derzeitige Denkweise ihm hilft oder ihn behindert.

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Autophobie. Woran erkennt man, dass man eine pathologische Angst vor Einsamkeit hat?

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Es gibt Menschen, die gerne allein sind, sich leicht mit etwas beschäftigen und laute Gesellschaft nicht mögen. Sie werden oft als Introvertierte bezeichnet und den Extrovertierten gegenübergestellt. Der Wunsch, ständig in der Öffentlichkeit zu sein, kann jedoch ein Zeichen von Krankheit sein. Wir gehen mit einem Experten die Symptome und die Behandlung der Autophobie durch.

Was ist Autophobie?

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Autophobie ist eine krankhafte, pathologische Angst vor dem Alleinsein [1]. Es gibt auch andere Bezeichnungen für diese Störung: "Monophobie", "Eremophobie", "Isophobie" [2]. Es ist wichtig zu wissen, dass es für alle Menschen normal ist, sich von Zeit zu Zeit einsam zu fühlen.

Was ist Einsamkeit?

Einsamkeit ist der emotionale Zustand eines Menschen, wenn er aufgrund psychologischer und sozialer Isolation keine vertrauensvollen Beziehungen zu anderen Menschen hat. Menschen, die sich dieses Problems bewusst sind und darunter leiden, fühlen sich am Boden zerstört, verlassen und unerwünscht. Sie sehnen sich oft nach Gesellschaft, aber ihr Gemütszustand, ihre unterentwickelten sozialen Fähigkeiten und ihr Rückzug verhindern, dass sie soziale Kontakte knüpfen [1].

Einsamkeitsgefühle sind nicht immer mit tatsächlicher sozialer Isolation verbunden. Ein Mensch kann sich einsam fühlen, wenn er von Familie und Freunden umgeben ist, oder er kann völlig isoliert sein und sich nicht einsam fühlen, wenn er weiß, dass es Menschen in seinem Leben gibt, die ihn lieben und ihm vertrauen.

Wladimir Schljapnikow

Vladimir Shlyapnikov Kandidat der Psychologie, außerordentlicher Professor an der Abteilung für Persönlichkeits- und Differenzialpsychologie, Moskauer Institut für Psychoanalyse

Einsamkeit ist nicht zu verwechseln mit Einsamkeit, bei der sich der Mensch nicht unwohl fühlt. Einsamkeit – eine bewusste Entscheidung, ein Bedürfnis, mit sich selbst allein zu sein, um die Gedanken zu sortieren, um sich "neu zu sortieren", schenkt Frieden und Ruhe. Einsamkeit wird jedoch oft von Traurigkeit und Angst begleitet.

Hikikomori. Wie leben diejenigen, die die Einsamkeit wählen?

In der heutigen Welt gibt es viele Anzeichen dafür, dass sich das Problem der Einsamkeit verschärft: politische Konflikte, der Übergang zur Telearbeit, die Auswirkungen von Pandemien. Eine von Soziologen der Higher School of Economics der Nationalen Forschungsuniversität und des Föderalen Wissenschaftlichen Soziologischen Zentrums der Russischen Akademie der Wissenschaften durchgeführte Studie ergab, dass mehr als 43 % der Russen unter Einsamkeit leiden. Die meisten leiden selten darunter, 12 % der Bevölkerung leiden oft oder fast immer darunter [2].

Es wurde sogar vorgeschlagen, in Russland eine Agentur für Einsamkeit einzurichten. Die Autoren der Initiative wiesen darauf hin, dass mehr als 5 Millionen Russen an psychischen Störungen leiden und dass pathologische Einsamkeit ein Hauptverursacher ist [3].

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