Wenn unser Kind wütend ist, wird dieses Tabu in unserem Kopf ausgelöst, wir nehmen es unbewusst als etwas Alptraumhaftes wahr. Wenn das Kind wütend ist, werden wir auch wütend, denn schließlich können wir nicht wütend sein.
Das Kind hasst seine Mutter, was soll es tun?
Die kindliche Aggression – eine natürliche Erscheinung der kindlichen Entwicklung. Sie ist ein wichtiger Indikator dafür, wie sich die Psyche eines Kindes entwickelt. Und ein Indikator dafür, dass das Kind heranwächst, dass sich in ihm neue Mechanismen der Interaktion mit der Welt und mit den Eltern herausgebildet haben.
Lydia Parkhitko, Psychologin und Erziehungsberaterin, sprach in ihrem Webinar im Rahmen des Kurses "Erziehung mit Herz" über den Umgang mit Aggression, Wut und anderen schwierigen Gefühlen eines Kindes.
Was verbirgt sich hinter den Worten "Ich hasse dich"?
Wenn ein Kind schreit: "Mama, ich hasse dich" oder auf andere Weise Aggressionen zeigt (es tut sich weh, wirft Spielzeug weg, wendet sich ab), steckt meist eine wichtige Botschaft dahinter. Es kann aktiv oder passiv sein.
Es lohnt sich, jedes Verhalten als eine Art Kindersprache zu betrachten, mit der das Kind versucht, uns mitzuteilen, was es fühlt.
Selbst Erwachsene sind oft nicht in der Lage, ihre Emotionen intelligent auszudrücken, eine Emotion von einer anderen zu trennen, aber ein Kind kann dies nicht von vornherein tun.
Man kann von einem Kind keine unmöglichen Dinge verlangen.
Psychologen sagen, dass es für Kinder sehr schwierig ist, ihre Gefühle zu kontrollieren. Wenn sie wütend oder verärgert sind, fehlt ihnen die Selbstbeherrschung und die Reife, um ihre Gefühle richtig auszudrücken. Das ist natürlich nicht verwunderlich – ein Kind ist ein Kind. Allerdings sind es die Eltern, die die Hauptlast der Emotionen tragen müssen, die aufkommen, wenn sie diesen Satz hören.
Die Reaktion der Eltern
Die erste Reaktion ist in der Regel, sich sofort auf das Kind zu stürzen, was dazu führen kann, dass man antworten möchte: "Ich hasse dich auch". Aber das ist nicht die beste Art, mit der Situation umzugehen. Als Erwachsener müssen Sie Ihrem Kind ein Vorbild sein. Auch wenn Sie sich gekränkt fühlen.
Die amerikanische Psychologin Gail Saltz warnt Eltern: "Es ist nicht notwendig, auf Ihr Kind wütend zu sein. Es ist höchstens eine gute Idee, seine Gefühle zu zügeln. Aber selbst wenn Sie die Beherrschung verlieren und etwas Unangenehmes sagen, sollten Sie auf sich aufpassen. Manchmal passiert das auch den zurückhaltendsten Eltern. In diesem Fall sollten Sie sich sofort bei Ihrem Kind entschuldigen.